Grüne Fraktion

Stadtrat Würzburg

Würzburg, den 12. Oktober 2015

Dringlicher Antrag – § 36d der Geschäftsordnung – zur Betreuung von Ehrenamtlichen in der Flüchtlingshilfe:
Personelle Erweiterung der Ehrenamtskoordination


Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

auch namens der Stadtratsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen stellen wir folgenden Antrag:

Die Ehrenamtsamtskoordination in der Stadt Würzburg wird kurzfristig weiter personell um mindestens eine zusätzliche hauptamtliche Stelle aufgestockt. Dabei soll umgehend verwaltungsintern nach einer schnellstmöglichen Besetzung dieser Stelle/n gesucht werden. Im Zuge der Erstellung des Stellenplans und des städtischen Haushalts soll entsprechend der Bereich der Betreuung und Koordination von Ehrenamtlichen durch die Stadt Würzburg auf Dauer ausgelegt und angemessen personell wie finanziell ausgestattet werden. Die Stadt tritt umgehend an den Freistaat Bayern heran, um eine dauerhafte Unterstützung bei der Finanzierung zu erreichen.

 

Der Antrag ist dringlich nach § 36d der Geschäftsordnung, schon aufgrund der großen Zahl zu betreuender ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer vor Ort und den noch auf Rückmeldung wartenden, Hilfe anbietenden Menschen, und der Notwendigkeit einer zügigen personellen Verstärkung im Bereich der Ehrenamtskoordination.


Begründung:

Tagtäglich flüchten tausende Menschen aus Not, Elend und Bürgerkrieg nach Europa und hier insbesondere nach Deutschland. So kommen auch in Würzburg immer mehr Menschen an. Die Stadt bewältigt hier ihre Aufgaben mit Bravour und großem Engagement. Heute ist offenkundig, wie wichtig es war, dass auf grünen Antrag hin, sich bereits Ende 2014 die Stadt konzeptionell mit dieser Situation auseinandergesetzt hat und der Stadtrat - zumindest teilweise - dem Antrag der grünen Stadtratsfraktion auf Einrichtung einer Stelle zur Ehrenamtskoordination „Flucht und Asyl“ zugestimmt hat.

Knapp ein Jahr später gibt es zu den weit über tausend Flüchtlingen, die in Würzburg ganz oder zeitweise Zuflucht gefunden haben, zu unserer Freude auch weit über tausend Menschen, die ehrenamtlich Flüchtlingen helfen bzw. ihre Bereitschaft dazu gegenüber der Stadt bekundet haben. Allein die große Zahl an Engagierten erfordert es dringend, den Bereich Betreuung und Koordination von Ehrenamtlichen aufzustocken, schon allein um die Registrierung, Ansprache, Ausgabe von Ehrenamtskarten, etc. schnell zu ermöglichen.

Die Ehrenamtlichen sind, je nach Art der Unterkunft, mit einem schnellen Wechsel der Flüchtlinge in den Unterkünften und Notquartieren konfrontiert. Hier ist im Besonderen eine Begleitung von Helferinnen und Helfern wichtig, um mit dadurch entstehenden persönlichen Belastungen gut umgehen zu können. Dank auch hier den Verantwortlichen, die schon jetzt Ehrenamtlichen Supervision und Aussprache mit geschultem städtischem Personal anbieten.

Ehrenamtliche erhalten von der Stadt im Rahmen der Einrichtung neuer Flüchtlings-Unterkünfte praktische Einweisungen und Schulungen. Darüber hinaus ist dauerhaft Fortbildung für Ehrenamtliche anzubieten, zur Vertiefung interkultureller, kommunikativer und psycho-sozialer Kompetenzen. Dazu gilt es, die Ehrenamtlichen (auch im Blick auf ihre unterschiedlichen Kompetenzen, Hilfsangebote, etc.) zu unterstützen, zu beraten und stadtweit zu vernetzen.

Wir sehen den Stadtrat in der Pflicht, die Grenzen der Belastbarkeit von städtischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wahrzunehmen und Abhilfe zu schaffen. Daher ist es dringend erforderlich, schnell und dauerhaft zusätzliches Personal im Bereich der Betreuung und Koordination von Ehrenamtlichen zur Verfügung zu stellen. Hierzu sollte ausdrücklich zuerst verwaltungsintern nach Umsetzung- bzw. Abordnungsmöglichkeiten Ausschau gehalten werden, um schnellstmöglich die personellen Engpässe zu lindern.

Den Freistaat Bayern sehen wir in der Pflicht, die Kommunen bei der Finanzierung dieser Aufgabe dauerhaft und verlässlich zu unterstützen.


Mit freundlichen Grüßen

Patrick Friedl, Stadtrat
Silke Trost, Stadträtin
Matthias Pilz, Fraktionsvorsitzender