Grüne Fraktion

Stadtrat Würzburg

 

Pressemitteilung vom 24.01.2018

„Neue Straßenbahnwagen ja – aber verlässlich barrierefrei“

Aus der Fraktion der Grünen heraus erhebt sich Widerspruch zur beabsichtigten Art und Weise der Herstellung der Barrierefreiheit bei den neu zu beschaffenden Straßenbahnwägen.
Stellvertretender Fraktionsvorsitzender Patrick Friedl: „Eine weitgehend unerprobte Absenke- oder Neigetechnik kann bei Versagen den Straßenbahnbetrieb insgesamt in Gefahr bringen. Wir sollten das Risiko erheblicher Mehraufwendungen im Betrieb oder für Ersatztechnik uns genau betrachten. Wenn irgend möglich, sollten wir auf bewährte und zuverlässige Techniken setzen.“
Stadtrat Michael Gerr: „Dies schon deshalb, weil eine vollständige Barrierefreiheit durch EU-Recht gesetzt ist. Nur so schaffen wir verlässliche Barrierefreiheit.“

Auf Initiative von Michael Gerr, der selber einen Rollstuhl nutzt, haben daher mehrere Grüne im Stadtrat einen Änderungsantrag in sechs Punkten formuliert. Dem von Silke Trost, Karin Miethaner-Vent, Michael Gerr und Patrick Friedl unterzeichneten Antrag geht es um eine Aufwertung der Würzburger Straßenbahn. Die Ausschreibung soll auch nach dem Willen der Grünen-Stadträte umgehend erfolgen. Dabei sollen zwei Grundvarianten zur Herstellung der Barrierefreiheit abfragt werden, nämlich für eine Bahnsteighöhe von 20 Zentimetern, was dem Bestand entspricht und eine weitere mit einer Bahnsteighöhe von 30 Zentimetern.

Bei der Frage möglicher technischer Einrichtungen, wie dem bislang angedachten „Kneeling“ oder einer Niveauabsenkung der Fahrzeuge könnte bei erhöhten Bahnsteigen entfallen. Auch deshalb sollen nach Antrag der Grünen im Lastenheft keine Vorgaben für die Art der technischen Lösungen zur Herstellung der Barrierefreiheit gegeben werden. Dies soll den Anbietern überlassen bleiben.

Ein weiterer wichtiger Punkt betrifft die verbleibende Lücke zwischen Bahnsteig und Fahrzeugeingang. Hier soll neu ein Lückenschluss, z. B. in Form einer kleinen Rampe aufgenommen werden. Schließlich soll das Ausschreibungsergebnis Grundlage für die Entscheidung des Stadtrats sein, welche Variante der Barrierefreiheit bevorzugt wird.

Vorher aber noch, so fordert Michael Gerr „müssen der Behindertenbeirat und die Behindertenverbände angemessen beteiligt werden, was bisher immer noch aussteht.“