Übersichtskarte und Erneuerung der Informationsschilder
Antrag vom 15.01.2026
Der Antrag steht auf der Tagesordnung für den Planungs-, Umwelt- und Mobilitätsausschuss am 03.02.2026.
hiermit stellen wir, auch namens der Stadtratsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, den Antrag:
Für das Klimawandelwäldchen am Hubland wird eine neue Beschilderung sowie eine Übersichtskarte wie folgt erstellt:
- Erstellung einer digitalen und analogen Übersichtskarte, die alle gepflanzten Baumarten mit Standorten und botanischen Namen verzeichnet. Die Karte soll vor Ort als eine dauerhafte stationäre Orientierungs- und Informationstafel montiert werden. Außerdem soll ein QR-Code auf eine digitale Karte auf der städtischen Website verweisen.
- Die digitale Karte soll bei Bedarf (Neupflanzungen) vom Gartenamt aktualisiert werden.
- Ergänzung bzw. Erneuerung der bestehenden Informationsschilder:
- Aktualisierte Erläuterungen zur Zielsetzung des Projekts (klimastabile Waldentwicklung, CO₂-Speicherung, Biodiversität) und Entwicklung seit den ersten Pflanzungen im Jahr 2015
- Steckbriefe der verschiedenen Baumarten (inkl. Herkunft, bevorzugtes Milieu, Klimaresistenz-Merkmale, Wachstum und ökologischer Nutzen
Begründung:
Hitze- und Trockenstress, Schädlinge wie der Borkenkäfer und das fortschreitende Absterben von Fichten und Buchen machen den klimaresistenten Waldumbau dringend nötig. Das Klimawandelwäldchen am Hubland ist ein deutschlandweit beachtetes Leuchtturmprojekt der Landesgartenschau 2018 und zeigt exemplarisch, wie Wälder durch die Auswahl klimatoleranter Baumarten an Hitze- und Trockenstress angepasst werden können, um ihre wichtige ökologische Funktion als Kohlenstoffspeicher und für die Wasserregulierung zu erhalten.
Im Klimawandelwäldchen finden sich z. B. Sorbus-Arten wie die echte Mehlbeere, Elsbeere oder Speierling, der robuste Feldahorn, aber auch Nadelbäume wie Douglasien, Lärchen und Eiben. Die Forstverwaltung experimentiert zudem mit mediterranen Arten wie Hopfenbuche, Flaumeiche oder Silberlinde.
Im Jahr 2015 hatten Schülerinnen und Schüler des Röntgen-Gymnasium 1.700 Setzlinge gepflanzt. Doch die bestehende Beschilderung ist lückenhaft – einige Schilder fehlen und sollten ersetzt werden.
Eine moderne Übersichtskarte für das Projekt Klimawandelwald würde die ökologische Bildungsarbeit stärken, das als „grünes Klassenzimmer“ und Pilotprojekt für klimagerechten Waldumbau dienen kann. Aktuell mindern fehlende Infos den pädagogischen Nutzen.
Kosten für Schilder, Flyer und Tafel könnten z. B. über das Bayerisches Staatsministerium für Umwelt, das Bundesförderprogramm „Klimaangepasstes Waldmanagement“, EU-LIFE-Programme oder durch Sponsoring lokaler Unternehmen (z. B. im Rahmen von CSR-Maßnahmen) gedeckt werden.
Mit überschaubarem Aufwand lässt sich ein wichtiges Signal für Klimaschutz und Umweltbildung setzen – passend zur Identität Würzburgs als nachhaltige Stadt.
gez.
Barbara Lehrieder, Fraktionsvorsitzende
Konstantin Mack, Fraktionsvorsitzender
Patrick Friedl, Stellvertr. Fraktionsvorsitzender