Grüne gegen Klärschlamm-Monoverbrennungsanlage

PRESSEMITTEILUNG vom 16. Januar 2017

Phosphor-Rückgewinnung im Klärwerk prüfen
Grüne erteilen Absage an Ausbau der Klärschlammverbrennung am MHKW in Würzburg

Alle drei Ofenlinien der Müllverbrennungsanlage des Müllheizkraftwerks Würzburg (MHKW) sind akut oder in den nächsten Jahren sanierungsbedürftig, wie berichtet. Hierzu gibt es Überlegungen der Geschäftsleitung des MHKW, die Sanierung zu nutzen, um eine Ofenlinie ausschließlich zur Verbrennung von Klärschlamm umzurüsten in eine Klärschlamm-Monoverbrennungsanlage. Aus der Klärschlamm-Asche soll dann der Phosphor zurück gewonnen werden.

Dies kritisiert Zweckverbandsrätin Benita Stolz: „Die künftig gesetzlich vorgeschriebene Phosphor-Rückgewinnung sollte direkt im Klärwerk erfolgen – durch Behandlung des Schlammes.

Hierzu gibt es bereits mehrere erprobte Verfahren, in Deutschland und weltweit, in größerem und kleinem Maßstab.“ Dazu kündigt die grüne Stadtratsfraktion den Antrag für eine Machbarkeitsstudie an. „Klärschlamm-Monoverbrennungsanlagen benötigen zur Wirtschaftlichkeit ein riesiges Einzugsgebiet“, so Zweckverbandsrätin Benita Stolz. „Mit einer solchen Anlage wären über Jahrzehnte unzählige Klärschlammtransporte unvermeidbar.“

Bereits heute würden jährlich 150 000 Tonnen Abfall mit Müll-Lastwagen zum MHKW gefahren, in Erfüllung von langfristigen Verträgen zwischen Zweckverband Abfallwirtschaft und fünf Gebietskörperschaften, so Stolz. „Sternförmig fahren die Laster zum MHKW, kommen von Neustadt/Aisch, Ansbach, Weißenburg-Gunzenhausen, Landkreis und Stadt Kitzingen, Bad Kissingen, Landkreis und Stadt Würzburg und wieder zurück. Das reicht.“

„Wir Grünen lehnen eine Klärschlamm-Monoverbrennungsanlage und die damit verbundene Zentralisierung der Klärschlammentsorgung am Standort des MHKW ab. Das schafft langjährige Abhängigkeiten von Klärschlammanlieferungen, weiterhin hohes Transportaufkommen und verhindert Anreize zur Schadstoffvermeidung“, so Stolz. Dezentrale Verarbeitung vor Ort beschränke sich auf die Mengen, die in der Stadt anfallen und nehme die Verantwortlichen viel stärker in die Pflicht zur Sorge um sauberen Klärschlamm. „Und genau das wollen wir“, gibt sich die Zweckverbandsrätin kämpferisch.

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