In der Sitzung des interkommunalen Ausschusses am 6. Juli hat die DB InfraGO dargestellt, dass die Finanzierung der Reaktivierung des Haltepunkts Heidingsfeld-West trotz aller Versprechen auch langfristig nicht in Frage komme. “Für die Region Würzburg ist das eine extreme Enttäuschung.”, kommentiert 2. Bürgermeisterin Sandra Vorlova und fährt fort: “Seit Jahren richten wir unsere Verkehrsplanungen im Bereich Heidingsfeld und Reichenberg auf die Reaktivierung dieses Haltepunkts aus, beispielsweise mit der Busanbindung zwischen Reuterstraße und Reichenberg. Es kann nicht sein, dass diese Planungen nun ins Leere laufen.” Das ärgert auch den Landtagsabgeordneten Patrick Friedl: „2015 haben wir im Stadtrat und dann bei der Staatsregierung die Aufnahme der Reaktivierung des Bahnhalts West in Heidingsfeld als ‘Nachrücker’ in das Sonderinvestitionsprogramm für barrierefreie Bahnhöfe erreicht. Die Stadt hat alle technischen Voraussetzungen für die Errichtung geschaffen. Jetzt sind Bayern und der Bund am Zug, Wort zu halten!“
Als Grund für den Stopp des Projekts führt die DB InfraGO gestiegene Kosten an, ohne deren Zusammensetzung nachvollziehbar darzulegen. Stadtrat und WSB-Aufsichtsratsvorsitzender Niklas Dehne will das nicht gelten lassen: “Alle Projektbeteiligten müssen an einen Tisch, um eine effektive und kostengünstige Lösung zu finden, damit die Reaktivierung umgesetzt werden kann. Wir müssen konstruktiv Lösungen für einen Bahnhaltepunkt mit Anschluss zu unserer Straßenbahn finden, statt vermeintlich einfache Ausflüchte dagegen.” Dass damit eines der wenigen Reaktivierungsprojekte in Unterfranken gestrichen werden soll, während in München Milliardensummen in den Bau der zweiten S-Bahn-Stammstrecke gesteckt werden, obwohl es bessere und günstigere Alternativen gegeben hätte, irritiert die hiesigen Grünen besonders. “Es tritt ein, wovor wir gewarnt hatten: Das extrem teure Münchner Projekt bezahlen wir mit weniger Verkehrsinfrastruktur in Unterfranken!” resümiert Landtagsabgeordnete Kerstin Celina und fordert die Staatsregierung zum Handeln auf: “Die Region Würzburg erwartet, von den Investitionen in Bayerns Schienensystem auch einen gerechten Anteil zu erhalten. Hier besteht dringender Klärungsbedarf!”