NACHGEFRAGT: Kitaplatzvergabe

Schriftliche Anfrage von Christa Grötsch zur Stadtratssitzung am 20.06.2024

Ich bitte um Beantwortung der folgenden Fragen:

Auf die Anfrage hin hat das Sachgebiet Kindertagesbetreuungen bei den Dachverbänden umgehend die Vergabepraxis und die Kriterien abgefragt. Alle Vertreter: innen der Verbände haben bestätigt, dass die im Jugendhilfeausschuss vom 07.07.2010 beschlossenen einheitlichen Aufnahmekriterien angewandt und umgesetzt werden. Diese sehen wie folgt aus:

1. Die Träger kommen überein, auf den Wartelisten keine Anmeldungen von Kindern vor ihrer Geburt zu akzeptieren.

2. Eine hohe Bedeutung hat die wohnortnahe Versorgung von Kindern mit Betreuungsplätzen (Stadtteilbezug) und die Aufnahme von gleichzeitig betreuten Geschwisterkindern.

3. Entscheidend wichtig für die Vergabe eines Platzes ist die Erwerbstätigkeit der Eltern, die Teilnahme an Bildungsmaßnahmen, Schulausbildung oder Hochschulausbildung bzw. die unmittelbar bevorstehende (1/4 Jahr) Aufnahme von Arbeit, Alleinerziehende, die eine Erwerbstätigkeit aufgenommen haben oder aufnehmen wollen, haben bei einer Abwägung höheres Gewicht.

4. Es ist auf ein ausgewogenes Mischverhältnis innerhalb der Gruppe zwischen Alter und Geschlecht zu achten. Auch das Anmeldedatum hat Bedeutung bei der Vergabe von Plätzen.

5. Darüber hinaus muss es in sozialen Notfällen, insbesondere der Kindeswohlgefährdung, immer möglich sein, ein Kind in eine Gruppe aufzunehmen. Der ASD ist in solchen Fällen einzuschalten.

6. Die Träger sollen die Eltern auf ihre Selbstverpflichtung hinweisen, sich von Wartelisten abzumelden, wenn ein Platz an sie vergeben wurde. In vielen Fällen ist bisher daran eine transparente Platzvergabe gescheitert. (Kommt seit Einführung des zentralen Anmeldesystems „Little Bird“ nicht mehr vor)

7. Nachdem Plätze für Kleinkinder auch unter dem Jahr vergeben werden, sobald freie Kapazitäten zur Verfügung stehen, z.B. durch den Wechsel in den Kindergarten, ist ein einheitlicher Vergabetermin nicht möglich.

Mit dem Beschluss den Trägern ab dem Jahr 2024 eine kommunale Sonderförderung anzubieten, sind die Träger verpflichtet, die im Rahmen der 10% gen Überbelegungsplätze mit dem Sachgebiet Kindertagesbetreuung abzusprechen. Dies führt zu einer besseren Handhabe bei den Punkten 3 und 5.

Hier spielt die ursprünglich über das Bundesprogramm geschaffene Stelle im Rahmen der sog. „Frühen Hilfen“ eine wichtige Rolle. Die Stelle wurde kommunal verstetigt. Ziel ist hierbei durch intensive Beratung und Angebote Hilfestellung bei der Kitaplatzsuche zu verwirklichen. Weiterhin ist unsere Würzburger „Kita APP“ in Betrieb. Diese ermöglicht Unterstützung in 8 Sprachen. Für nicht digitalen Zugang sorgen die Anmelde- und Kitainformationen ebenfalls in 8 Sprachen in Papierform, die in allen Kutas zur Verfügung stehen.

Hier muss zunächst der Begriff der Bedürftigkeit geklärt werden. Hier haben wir zum einen ebenfalls die umfassenden Beratungsangebote über das Sachgebiet Kindertagesbetreuung zum anderen besteht die Möglichkeit, die über den Allgemeinen Sozialdienst gestellten Anfragen schnell und kollegial zu bearbeiten. Insgesamt ist aktuell festzustellen, dass aufgrund der Tatsache, dass im Jahr 2022 ca. 200 Kinder weniger geboren wurden, als in den Vorjahren, eine vorsichtige Entspannung bei den Kitaplätzen eintritt. Daneben bleibt aber die personelle Situation herausfordernd, da nicht alle Einrichtungen genügend Personal vorhalten können, um in die Vollbelegung gehen zu können.