Mobilitätsdrehscheibe Würzburg Hauptbahnhof

Grüne Stadträt*innen vor dem Würzburger Hauotbahnhof, v.lks.: Karin Miethaner-Vent, Sandra Vorlová, Niklas Dehne, Magdalena Laier, Simone Haberer und Manfred Dürr
Grüne Stadträt*innen vor dem Würzburger Hauotbahnhof, v.lks.: Karin Miethaner-Vent, Sandra Vorlová, Niklas Dehne, Magdalena Laier, Simone Haberer und Manfred Dürr. Foto: Lukas Weidinger

ERFOLGREICH: Interfraktioneller Antrag vom 11.06.2021

Der Antrag wird weiterverfolgt. Einstimmiges Ergebnis 15:0 im Planungs-, Umwelt- und Mobilitätsausschuss am 13.07.2021

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

hiermit stellen wir im Namen der Fraktionen von Bündnis 90/Die Grünen, FDP / Bürgerforum Würzburg, Freie Wähler Gemeinschaft, DIE LINKE, ödp / Würzburger Liste, sowie Stadtrat Wolfgang Baumann (Zukunft für Würzburg) für die 20. Sitzung des Stadtrates am 24. Juni 2021 folgenden Antrag:

  1. Die Verwaltung wird beauftragt, eine Neuplanung der Straßenbahnhaltestelle am Hauptbahnhof einschließlich neuer Wendeschleife zu erstellen und in Vorbereitung eines Planfeststellungsverfahrens zur Beschlussfassung vorzulegen. Sie kann sich dazu der Würzburger Straßenbahn GmbH bedienen. Die bisherige Planung einer zweigleisigen Haltestelle mit Wende über den Berliner Platz ist gegenstandslos.
  2. Leitlinien der Planung sind:
    • Die neue Straßenbahnhaltestelle wird parallel in Ost-West-Lage mit drei Bahnsteigen (A—C) am Bahnhofsgebäude und einem vierten Behelfsbahnsteig (D) am Haugerring konzipiert. Die Wende am Hauptbahnhof erfolgt zweigleisig über den sog. „Durchstich“ mit Rasengleisen.
    • Die Bahnsteige B und C werden als Doppelhaltestelle mit barrierefreien, DINNorm gerechten Querungsmöglichkeiten („Furt“) für 36 Meter Fahrzeugnettolänge, die Bahnsteige A und D werden für 60–64 Meter Fahrzeugnettolänge geplant.
    • Die Straßenbahnhaltestelle wird mit adaptiven Lichtsignalanlagen ausgestattet, um den Haugerring reibungslos zu queren. Am Durchstich und an der Querung Kaiserstraße werden Gleisdreiecke eingerichtet, sowie am Bahnsteig D der zweigleisige Abschnitt als Überholgleis im Störungsfall umgenutzt.
    • Die neue Straßenbahnhaltestelle Berliner Platz wird in Richtung Osten in die Gerade versetzt. Der Bypass wird aufgegeben und die Häuser nördlich der neuen Haltestelle mittels Lichtsignalanlage an die Verbindungsstraße zwischen Grombühlbrücke und Berliner Platz angebunden.
    • Der Kiss&Ride-Platz wird auf die Westseite (Neuer Busbahnhof) verlegt. Die Stellplätze und Ladesäulen für Autovermietung werden an geeigneter Stelle platziert.
  3. Die nachfolgenden Punkte werden im Rahmen dieser Planung im Planungsprozess –mit geprüft und mit ggf. unter Vorlage von Planungsvarianten einbezogen. Dabei ist sicherzustellen, dass eine Realisierung der neuen Gleisanlagen bereits zu einem früheren Zeitpunkt möglich gemacht wird:
    • Großzügige und wetterfeste Überdachung sowie blendfreie und kontrastreiche Beleuchtung der Bus- und Straßenbahnhaltestelle, einschließlich ihrer Verbindungswege unter Einsatz von Solarpanels und Begrünung auf dem Dach.
    • Planung eines ans Radnetz angeschlossenen Fahrradparkhauses in Leichtbauweise einschließlich Werkstatt, Umkleidemöglichkeiten, Schließfächer und Abstellfächen fu r E-Scooter sowie Einrichtung eines VVM-Servicepunktes.
    • Reduktion der Fahrspuren im „Durchstich“ und primäre Erschließung des Ostflügels am Hauptbahnhof über die Haugerglacisstraße (Berliner Platz).
    • Prüfung einer weiteren Wasserspielanlage gespeist durch die Pleichach sowie ihre Renaturierung.

Begründung:

Die aktuelle Straßenbahnhaltestelle ist kapazitiv limitiert. Eine umwegige Führung der
Linie 4 nachts über den Berliner Platz ist betrieblich unsinnig.

  1. Der Neubau zweier Gleise über den Durchstich erlaubt einen störungsfreien Umbau des Areals im laufenden Betrieb. Die neue Straßenbahnhaltestelle wird den betrieblichen Herausforderungen gerecht. Das Mindestmaß für die Bahnsteige B/C orientiert sich an der Länge des Fahrzeugtyps „GT-F“ (36 m). Das Maß für die Bahnsteige A/D entspricht der Maximallänge der Haltestelle „Hauptbahnhof/Ost“ (Bahnsteig D) und ermöglicht eine Andienung mit Fahrzeugen in Doppeltraktion (z.B. bei Kickers Heimspielen mit „GT-N“). Ein möglicher schematisierter Gleislageplan ist in der Begründung mit abgebildet.
  2. Prüfaufträge
    • Großräumig überdachte und blendfrei beleuchtete Haltestellen einschließlich ihrer Verbindungswege schützen umsteigende Fahrgäste vor Extremwetterlagen und tragen zum Sicherheitsgefühl bei (vgl. Kassel-Wilhelmshöhe, Braunschweig Hbf).
    • Ein Servicepunkt dient der Fahrgastzufriedenheit und der besseren Orientierung.
    • Die Stadt Würzburg strebt eine Erhöhung des Radverkehrs im Modal-Split an.
    • Die T-Kreuzung Haugerring / Haugerglacisstraße ist ungesichert. Daneben verringern die neu konzipierten Ringverkehre das Aufkommen stockender Verkehre am Haugerring. An der Einmündung Haugerglacisstraße wird die bestehende Ampel erweitert.
    • Ausgedehnte Wasserspielanlagen sorgen für ein besseres Mikroklima an Hitzetagen (vgl. Freiburger Bächle, Sheffeld).

gez. Niklas Dehne, auch namens der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen
gez. Charlotte Schloßareck, auch namens der Fraktion FDP / Bürgerforum Würzburg
gez. Josef Hofmann, auch namens der Fraktion Freie Wähler Gemeinschaft
gez. Barbara Meyer, auch namens der Fraktion DIE LINKE
gez. Raimund Binder, auch namens der Fraktion ödp / Würzburger Liste
gez. Wolfgang Baumann, Zukunft für Würzburg