Antrag: Vorstudie zur “Mainfrankenbahn” durchführen

Interfraktioneller Antrag der Mitglieder des Stadtrates: Marianne Albrecht, GRÜNE; Dr. Christine Bötsch, CSU; Matthias Pilz, GRÜNE; Wolfgang Roth, CSU; Wolfgang Scheller, CSU

08.12.2007

Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin,

am 26.09.2007 wurden dem Stadtrat die Ergebnisse der „Machbarkeitsstudie Linie 6“ vorgestellt. Bei der Studie wurde eine Trassenbreite für DB-Normalspur mitgeprüft – für eine potenzielle Verknüpfung von Eisenbahn- und Straßenbahnschienennetz (sog. „Mainfranken-bahn“ nach dem Karlsruher Modell).

Am 16.11.2007 beschloss der WSB-Aufsichtsrat, dem Stadtrat die Trassenvarianten 1a, 2a und 2c für eine vertiefte Prüfung der Realisierbarkeit der Linie 6 zu empfehlen.

Dabei soll auch geprüft werden, wo ggf. bei einer Trassenbreite für DB-Normalspur besondere Probleme auftreten würden. Die WSB rechnet mit einer Trassenauswahl bis Ende 2008. Das heißt: Bis Ende 2008 muss die Stadt entscheiden, ob die Trasse der neuen Linie 6 für Straßenbahn-Schmalspur oder für (eine später nachrüstbare) DB-Normalspurbreite gebaut werden soll. Dies entscheidet auch über die langfristige Zukunft des Projekts „Mainfrankenbahn“!

Mit Schreiben vom 13.08.2007 fordern Sprecher der Gruppen Agenda 21-AK ÖPNV, IWS e.V., PRO BAHN e.V.-Regionalverband Unterfranken, PROjekt Bahnhof, Verkehrsclub Deutschland e.V.-KV Mainfranken-Rhön die Stadt- und Kreisräte im Raum Würzburg auf, bei der NWM eine Vorstudie „Mainfrankenbahn“ zu beantragen.

Diese Vorstudie soll grundsätzliche Empfehlungen geben für die langfristige Optimierung (Szenario bis zum Jahr 2020) der ÖPNV-Situation im Großraum Würzburg: Welche Maßnahmen versprechen das beste Kosten-Nutzen-Verhältnis und den größten verkehrlichen Erfolg?

a) Das „Karlsruher Modell“: Die Verschmelzung der Systeme Regionalbahn und Straßenbahn zur Regionalstadtbahn (ohne Umsteigen, Erfordernis der breiteren DB-Normalspur zumindest bei Straßenbahnneubauten wie der Linie 6) b) Das „Freiburger Modell“: Die Beibehaltung der getrennten Schienensysteme Regionalbahn und Straßenbahn mit optimierten Umsteigepunkten c) Ein eigenes Würzburger Modell?

Notwendig wäre in der Vorstudie eine überschlägige Abschätzung der Nachfrage bezogen auf die Verkehrsströme in die Stadt und aus der Stadt heraus, ein grober Vergleich der Wirtschaftlichkeit und ein grober Maßnahmenkatalog mit Vorbewertung der technischen Rahmenbedingungen zu jedem Modell sowie eine Gesamtbewertung mit Empfehlungen zum weiteren Vorgehen. Gerade anhand der geplanten Linie 6 könnten die 3 Modelle grob geprüft werden.

Die Unterzeichnenden beantragen deshalb:

1. Zeitlich parallel zur vertieften Prüfung für die Linie 6 wird eine Vorstudie zur sog. „Mainfrankenbahn“ durchgeführt, die Handlungsempfehlungen gibt, speziell zur Spurbreite der neuen Trasse Linie 6. 2. Die Stadt beantragt die Vorstudie in der NWM – falls die NWM eine solche Studie ablehnt, wird die WSB beauftragt. 3. Bis zum Ergebnis der Vorstudie dürfen keine Fakten geschaffen werden, die eine zukünftige Realisierung eines der möglichen Modelle „Mainfrankenbahn“ verhindern oder erschweren.

gez.: Marianne Albrecht, Dr. Christine Bötsch, Matthias Pilz, Wolfgang Roth, Wolfgang Scheller