Förderung für benachteiligte Kinder: Stadt soll offensiver werben

Pressemitteilung vom 24.01.2008

Bald beginnen die Anmeldungen für die Würzburger Ganztagsschulen und Horte für das nächste Schuljahr. Dass sich im Jahr 2008 die Förderpolitik der Stadt entscheidend geändert hat, ist nach Meinung von Grünen-Stadträtin Marianne Albrecht nicht ausreichend bekannt. Sie fordert die Stadt auf, hier offensiv Werbung zu betreiben:

„Auf Antrag der Grünen hat der Stadtrat im November einstimmig beschlossen, ab 2008 für Kinder aus armen Familien das Mittagsgeld an Ganztagsschulen zu übernehmen. Verwaltung und Stadtrat waren mit uns einer Meinung: Es kann nicht sein, dass von dem Förderangebot der Ganztagsschulen ausgerechnet Kinder aus armen Familien ausgeschlossen sind, weil sie sich das Mittagsgeld nicht leisten können – oder dass sie zwar die Schule besuchen, aber nicht am Mittagessen teilnehmen können.“

Die Förderung gilt sowohl für arbeitslose Eltern als auch für Geringverdienende (Einkommensgrenze nach § 90 SGB VIII). Ebenso übernimmt die Stadt nun auch die Hortbeiträge für Kinder arbeitsloser Eltern, wenn die Kinder zuhause schulisch nicht ausreichend gefördert werden können oder keinen Platz für die Hausaufgaben haben. Bisher wurden Hortbeiträge von der Stadt übernommen als „Hilfe zur Erziehung“ oder wenn arbeitende Eltern zu wenig verdienten – nicht jedoch bei arbeitslosen Eltern, die ja Zeit hätten, sich um ihre Kinder zu kümmern. „Die Kostenübernahme ist eine freiwillige Leistung an der Nahtstelle zwischen Jugendhilfe und Schule und eine überaus sinnvolle Investition in eine bessere Zukunft für benachteiligte Kinder. Dies zeigt wieder einmal, dass die Stadt sich ihrer sozialen Verantwortung bewusst ist. Nur sollte sie dies auch offensiv bekannt machen, damit Kinder aus armen Familien bei den Anmeldungen zum Zuge kommen.“Zudem legte die Stadt auf Antrag der Grünen für 2008 einen Nothilfefonds über 25.000 EUR auf, verwaltet vom Allgemeinen Städtischen Sozialdienst. Daraus werden Kinder aus armen Familien unbürokratisch gefördert – so können sie wie andere auch Mitglied im Sportverein werden, an Schulveranstaltungen, Freizeiten, Kursen etc. teilnehmen. „Wenn jetzt bundesweit über Jugendgewalt diskutiert wird, sind sich alle Experten einig: Der Schlüssel gegen Jugendgewalt liegt in der Erziehung und Bildung der Kinder. Wo es die Eltern nicht können oder nicht tun, müssen Einrichtungen wie Ganztagsschulen und Horte einspringen und die Kinder fördern! Auch Sportvereine leisten eine großen Beitrag zur sozialen Erziehung. Die Stadt Würzburg hat lang vor Ausbruch dieser Diskussion beschlossen, ihren Beitrag zur Prävention zu leisten und benachteiligte Kinder in Schule und Freizeit zu fördern.“  

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