Straba-Linie 6: Straßenbahn muss dahin, wo die Menschen sind!

Stadtratsfraktion BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN Würzburg

Information zur Pressekonferenz vom 12.07.2007:

Straßenbahnlinie 6: Die Straßenbahn muss dahin, wo die Menschen sind!

Grüne fordern: Neue Straßenbahnlinie 6 übers Frauenland zum Hubland: Die Straßenbahn muss dahin, wo die Menschen sind!

Die städtische Verkehrspolitik muss jetzt mit Nachdruck die Weichen stellen für

  1. Den Ausbau einer Straßenbahnlinie 6 zum Hubland und den Leighton-Barracks. Diese Linie hat höchste Priorität für den Anschluss der Universität und des neuen Entwicklungsgebietes “Leighton-Barracks”.
  2. Die Planung und Trassenfreihaltung für das Zukunftsprojekt Mainfrankenbahn.

Zur Linie 6:

Ende 2006 gab die WSB eine Machbarkeitsstudie für eine neue Linie 6 (Hubland/Gerbrunn) in Auftrag. Nun werden verschiedene Trassen untersucht, u. a. eine Trasse über Berliner Ring/Hauptfriedhof/Siligmüllerbrücke. Ergebnisse sollen im Herbst vorliegen und dann dem Stadtrat vorgestellt werden.

Die Grünen bedauern, dass der Stadtrat sich erst im Herbst mit möglichen Linienführungen befassen soll, da die Stadt als Aufgabenträgerin für den ÖPNV das Recht und die Pflicht hat, die Auswahl der Trassen frühzeitig mitzuentscheiden.

Die von den Grünen favorisierte Trasse wurde vom VCD bzw. der Agenda-21-Gruppe entwickelt. Sie haben die Trasse vorgestellt auf einem “Workshop Mainfrankenbahn” der WSB am 09.02.2007 und auf einem “Workshop Mainfrankenbahn” für Stadt- und Landkreispolitiker der Agenda-21-Gruppe am 13.06.2007.

Diese Trasse wurde jedoch erst auf Antrag der Grünen im WSB-Aufsichtsrat am 25.06.2007 als zu prüfende Trasse in die Machbarkeitsstudie aufgenommen:

Die Grünen fordern eine Trasse für die Linie 6 über Bahnhof- und Theaterstraße, Mozartareal, Residenz, Balthasar-Neumann-Promenade, Gericht/Neue Uni, Südbahnhof, Frauenlandplatz, Wittelsbacher Platz zum Hubland und den Leighton-Barracks

Statements zur Trasse

  • Die Straßenbahn muss dahin, wo die meisten Menschen leben, und deshalb mitten durchs Frauenland führen.
  • Eine Straßenbahn muss zentrale Stellen der Innenstadt anfahren, um attraktiv zu sein. Für eine weitere Straßenbahnlinie reicht aber die Kapazität der Kaiserstraße bzw. des Innenstadtnetzes nicht mehr aus. Zur Entlastung und als Umleitung ist eine zweite und schnellere Trasse durch die östliche Innenstadt notwendig, die ab Hauptbahnhof (HBF) über die Bahnhofstraße führt.
  • Die von uns favorisierte Linie 6 verbindet die wichtigsten Hochschulstandorte: Neue Uni am Sanderring – Wittelsbacher Platz – Hubland und Leighton-Barracks.
  • Diese Linie schließt weitere zentrale Punkte an: Mozartareal, Residenz, Gericht, Südbahnhof, Frauenlandplatz (Schönborn-Mozart-Gymnasium), Wittelsbacher Platz, (Goetheschule), Zwerchgraben (Schulzentrum).
  • Mit dieser Linie wird ein großes Einzugsgebiet erschlossen. Wenn die Verbindung zwischen neuer Linie 6 und altem Straba-Netz von der “Neuen Uni” zum Sanderring geschlossen wird, kann die Strecke als Umleitung dienen, z. B. beim Stadtfest. Langfristig können auch weitere Linien bis zum Hubland fahren.
  • Durch Neuordnung der Buslinien 6 und 16 müssen das Frauenland und die Keesburg weiterhin attraktiv angebunden sein.

Zur Mainfrankenbahn

Wir wollen die neue Straba-Linie 6 als Pilotstrecke für die Mainfrankenbahn (MFB). Ziel ist eine künftige Verknüpfung von Eisenbahn- und Straßenbahnnetz für attraktive und möglichst umsteigefreie Regionalverbindungen. Voraussetzung für gemeinsam genutzte Strecken sind 2-System-Fahrzeuge und eine Verbreiterung der Straba-Trassen für 2,65 m breite Züge bzw. eine vorübergehende Dreischienigkeit.

Erfahrungen anderer Städte wie Kassel zeigen, dass enorme Fahrgastzuwächse zu erwarten sind, wenn die Kunden ohne Umsteigen weite Strecken fahren können, z. B. von Karlstadt zum Hubland. Bis zur Verwirklichung eines MFB-Netzes ist es ein sehr weiter Weg! Die Bayerische Eisenbahngesellschaft schreibt 2021 im Regionalraum Würzburg die Neuordnung der Verkehre aus. Diese Zeit muss genutzt werden! Die Aufgabenträger der Region müssen sich abstimmen. Die MFB kann nur gelingen, wenn dies der Wille der ganzen Planungsregion ist.

Statements zur Mainfrankenbahn-Trasse

  • Die Trasse für die Linie 6 soll dreischienig gebaut werden, ebenso die Verbindungsstücke zum alten Netz, damit sie ab 2021 auch von der MFB befahren werden können.
  • Die Attraktivität der Mainfrankenbahn (MFB) liegt in der direkten Verbindung zwischen Region und Innenstadt. Dabei lehnen wir eine Durchfahrung des jetzigen Innenstadtnetzes durch die breitere MFB ab. Auch und gerade für die MFB ist eine zweite Innenstadtlinie notwendig, die nah an die Innenstadt heranfährt (aber nicht durch die Fußgängerzone!) und zügiger vorankommt. Auch dafür ist “unsere” Trasse optimal!
  • Zentrale Aufgabe ist die Sicherung der Verknüpfungsstrecken mit der Bahn! Auf Antrag der GRÜNEN beschloss der Stadtrat 2006 die Freihaltung einer MFB-Trasse am HBF. Auch auf unseren Antrag (26.02.2007) untersucht die WSB im Rahmen der Machbarkeitsstudie für die Linie 6, wo die technische Verknüpfung von MFB und Straba am HBF erfolgen kann und soll, außerdem die Prüfung der “Trassierung für 2,65 m breite Züge”. Die Untersuchung umfasst auch das Gebiet östlich des HBF, wo bei der Überplanung (Baumarkt u. ä.) eine Trasse für die Gleisverbindung von Eisenbahn zu Straßenbahn frei gehalten werden muss. Ergebnisse sollen im Herbst vorliegen.
  • Die Linie 6 soll am HBF auf die Bahnschiene ausfädeln und als MFB – mit Haltestelle “Kulturmeile Alter Hafen” – bis Lohr fahren.
  • Ab Sanderring stadtauswärts sollen die Trassen in der Zeit bis 2021 für die MFB umgebaut werden – möglichst im Rahmen ohnehin fälliger Gleisarbeiten, so dass der Mehraufwand leistbar ist. Die Sanderau-Linie soll an der Stettiner Straße mit der Bahn verknüpft werden, über die Bahnbrücke nach Heidingsfeld führen – was Heidingsfeld mit der Sanderau verbindet! – und weiter nach Lauda/Bad Mergentheim/Tauberbischofsheim bzw. auch nach Ochsenfurt – Richtung Ansbach.
  • Weitere Verknüpfungen mit der Bahn sind im Rahmen einer “Machbarkeitsstudie Mainfrankenbahn” zu prüfen, z. B. in Richtung Schweinfurt oder Kitzingen bzw. über die Mainschleifenbahn nach Volkach.

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