Änderungsanträge zur Gestaltung des Kardinal-Faulhaber-Platzes

Würzburg, den 17. Juli 2017

Änderungsanträge zu TOP 9 der Sitzung des Umwelt- und Planungsausschusses am 18. Juli 2017: „Grundsatzbeschluss Gestaltung des Kardinal-Faulhaber-Platzes“

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

vorweg herzlichen Dank für die schnelle Vorlage eines Grundsatzbeschlusses und Ihre entschlossene Vorgehensweise zur zügigen Umsetzung des klaren Bürgerwillens, der in der deutlichen Zustimmung zum Bürgerentscheid „Grüner Platz am Theater“ zum Ausdruck kam.

Zu dem vorliegenden Beschlussvorschlag haben wir folgende Änderungsanträge.
(Sollte eine Abstimmung über einzelne Anträge erforderlich werden, so bitten wir schon jetzt um separate Abstimmung über die jeweiligen Punkte.)

A. Punkt 2: „Die Fläche des aktuellen Parkplatzes auf dem Kardinal-Faulhaber-Platz wird im Jahr 2017 entsiegelt und provisorisch begrünt sowie eine einfache Wegeführung eingerichtet. Die dauerhafte Umgestaltung bleibt hiervon unberührt.“ wird wie folgt geändert: „Die Fläche des aktuellen Parkplatzes auf dem Kardinal-Faulhaber-Platz wird im Jahr 2017 entsiegelt und im Hinblick auf die Landesgartenschau 2018 provisorisch begrünt, eine einfache Wegeführung eingerichtet sowie geeignete Kinderspielgeräte und Vollholz-Sitzbank-Tisch-Kombinationen aufgestellt. Die dauerhafte Umgestaltung bleibt hiervon unberührt.“ 

B. Punkt 5: „Die Straßenplanung für die geplante Straßenverlegung wird beauftragt.“ wird um folgenden zweiten Satz ergänzt: „Bei der Straßenplanung soll der Erhalt der drei Linden-Bäume auf der Ostseite des jetzigen Platzes als Planungsgrundsatz einbezogen werden.

C. Punkt 7: „Über Form und Umfang der Öffentlichkeitsbeteiligung wird in einem weiteren Schritt entschieden.“ wird ersetzt durch: „Vor der Ausschreibung und Durchführung eines Wettbewerbs werden die Bürgerinnen und Bürger sowie die interessierte Öffentlichkeit in einem beispielgebenden moderierten Beteiligungsverfahren (mit Fachleuten aus Stadt-, Freiraum- und Landschaftsplanung) in die Vorplanung einbezogen. Die Ergebnisse aus diesem Beteiligungsprozess werden in geeigneter Form als Planungsgrundlage in das Wettbewerbsverfahren Eingang finden. Über Art und Umfang dieses Beteilungsprozesses wird in einem weiteren Schritt entschieden.“

D. Punkt 4: „Ein landschaftsplanerischer Wettbewerb wird vorbereitet und dem Stadtrat zur Beschlussfassung vorgelegt.“ wird wie folgt geändert: „Ein freiraum- und landschaftsplanerischer Realisierungswettbewerb wird auf Grundlage des Beteiligungsprozesses aus Punkt 6 vorbereitet und dem Stadtrat zur Beschlussfassung vorgelegt.“ – Punkt 4 wird Punkt 7, Punkt 7 wird Punkt 6, Punkt 6 wird Punkt 5 und Punkt 5 wird Punkt 4. Das heißt Punkt 4 wird zum letzten Punkt und die dazwischen liegenden Punkte werden entsprechend um eine Zahl nach unten korrigiert.

Begründung:

Zu A): Wir begrüßen die schnelle Umsetzung einer provisorischen Begrünung. Dabei wünschen wir uns auch im Beschlussvorschlag (nicht nur in der Begründung) die Bezugnahme auf die Landesgartenschau. Und wir wollen, dass bereits im Rahmen eines Provisoriums kleine attraktive Spielgeräte für Kinder und Sitzbank-Tisch-Kombinationen aus Vollholz (entsprechend denen in den Zellerauer Mainauen) aufgestellt werden, die schon jetzt die Aufenthaltsqualität auch für Familien, etc. steigern.

Zu B): Auf der Ostseite des Platzes stehen drei (nach dem äußeren Anschein vitale) Linden-Bäume. Deren Erhalt sollte im Rahmen der Straßenplanung gesichert werden.

Zu C): Die Bürgerinnen und Bürger der Stadt haben mit ihrem eindrucksvollen Votum für einen „Grünen Platz am Theater“ unseres Erachtens deutlich gemacht, dass ihnen eine Begrünung des Platzes mit hoher Aufenthalts- und Begegnungsqualität sehr wichtig ist und dass sie im Rahmen solch bedeutsamer städtischer Planungen gehört und einbezogen werden wollen. Insofern ist dies bei der Konstruktion des Beteiligungsprozesses auf dem Weg zum „Grünen Platz am Theater“ zu berücksichtigen. Wir wollen deshalb ein für Würzburg beispielgebendes moderiertes Beteiligungsverfahren, bei dem externe Fachleute aus den Bereichen Stadt-, Freiraum- und Landschaftsplanung den Bürgerinnen und Bürgern sowie der weiteren interessierten Öffentlichkeit in einer (längeren) oder mehreren Präsenzveranstaltungen Nutzungs- und Funktionsideen aufnehmen, in erste Gestaltungsüberlegungen überführen und so erste Planungsgrundlagen schaffen, die dann in geeigneter Form in einen Wettbewerb Eingang finden. Als Vorlage für ein solches Verfahren kann das Beteiligungsverfahren in Würzburg zur Planung des Hublandareals ebenso dienen, wie zum Beispiel der Beteiligungsprozess zur Landschaftsachse Horner Geest in Hamburg: www.deinegeest.hamburg

Zu D): Der Wettbewerb soll selbstverständlich die Ergebnisse aus dem Beteiligungsprozess einbeziehen. Ein rein landschaftsplanerischer Wettbewerb ist dabei aus unserer Sicht nicht hinreichend. Es geht vielmehr in umfassendem Sinne um Freiraumplanung, also die Gestaltung des „Grünen Platzes am Theater“ in allen seinen kleinräumlichen Bezügen und hinsichtlich seiner städtebaulichen Qualität in mikro- und mesoklimatischer Hinsicht ebenso wie im Blick auf seine künftige Aufenthalts- und Begegnungsqualität. Dabei ist es wichtig und nach dem Votum der Bürgerinnen und Bürger klar, dass dieser Wettbewerb unmittelbar in eine Realisierung münden soll.

Mit freundlichen Grüßen

Patrick Friedl, Stv. Fraktionsvors.
Karin Miethaner-Vent, Stv. Fraktionsvors.   
Silke Trost, Stadträtin 
Barbara Lehrieder, Fraktionsvors.
Matthias Pilz, Fraktionsvors.
Michael Gerr, Stadtrat   
Benita Stolz, Stadträtin 
Antonino Pecoraro, Stadtrat  
Sabine Steinisch, Stadträtin

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