NACHGEFRAGT: Verbleib Elektroschrott

Beispiel für Elektroschrott
Beispiel für Elektroschrott

Schriftliche Anfrage vom 25.05.2021

Mit unserer Anfrage möchten wir erfahren, wie sich die Würzburger Konsumenten hinsichtlich Elektroschrott verhalten und wie hoch die Wiederverwendungsquote von Altelektrogeräten in der Stadt Würzburg ist. Uns interessiert, ob und wie die Stadt darauf hinarbeitet, dass Altgeräte abgegeben bzw. dass diese dann auch zur Wiederverwendung erworben werden. Des weiteren möchten wir wissen, wie hoch jeweils der Anteil an der stofflichen und thermischen Verwertung ist und wieviel hoch belastetes Material letztendlich deponiert werden muss.

2019 entstanden in Deutschland mehr als 20 Kilogramm Elektroschrott pro Kopf, genau so viel wie in den USA. Der weltweite Durchschnitt lag mit 7,3 Kilogramm E-Waste pro Kopf weit darunter. Menschen in Afrika haben daran den kleinsten Anteil mit gerade einmal 2,5 Kilogramm Elektroschrott pro Person. [Quelle: Global E-Waste Monitor 2020, UNU/UNITAR SCYCLE]. In der Öko-Design Verordnung, welche die EU Richtlinie 2009/125/EU sukzessive für unterschiedliche Elektrogeräte* umsetzt, werden erstmals neben den Anforderungen an die Energieeffizienz auch Anforderungen an die Reparierbarkeit festgelegt. Damit werden die Hersteller in die Pflicht genommen.

*ab 01.03.2021: Waschmaschinen- und Trockner, Geschirrspüler, elektronische Displays (einschließlich Fernsehgeräte), Lichtquellen und separate Betriebsgeräte, externe Netzteile, Elektromotoren, Kühlgeräte mit Direktverkaufsfunktion (Handel), Transformatoren, Schweißgeräte und Kühlgeräte


Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

wir möchten von der Verwaltung darüber informiert werden, was mit Elektrogeräten passiert,
nachdem diese im Wertstoffhof oder anderen kommunalen Sammelstellen abgegeben
worden sind
.

Zudem ergeben sich für uns aus der Hierarchie des Kreislaufwirtschaftsgesetzes
folgende zentrale Fragen:

  1. Werden die Elektrogeräte zur Wiederverwendung vorbereitet und dann anschließend
    wiederverwendet? Wenn ja, wie hoch ist derzeit der Prozentsatz der Wiederverwendung?
  2. Wird darauf hingearbeitet, Bürger*innen zu motivieren, gebrauchte und zur
    Wiederverwendung vorbereitete Elektrogeräte zu erwerben und somit wieder zu
    verwenden?
  3. Werden die abgegebenen Elektrogeräte stofflich verwertet? Wenn ja, wie hoch ist der
    Prozentsatz der stofflichen Verwertung der einzelnen Komponenten der Elektrogeräte?
    Welche Firmen sind involviert? Welche Maßnahmen sind denkbar, die Recyclingquote zu
    erhöhen?
  4. Wie wird darauf hingearbeitet, Bürger*innen noch mehr zu motivieren, Altgeräte der
    Wiederverwendung oder stofflichen Verwertung zuzuführen?
  5. Wie hoch ist der Prozentsatz des Elektroschrotts, der thermisch verwertet wird?
  6. Liegen auch so hoch belastete Elektroschrottfraktionen vor, dass diese deponiert werden
    müssen? Wenn ja, um welche Menge handelt es sich?

Mit freundlichen Grüßen

Gez.
Simone Haberer, Stadträtin BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Christa Grötsch, Stadträtin BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Manfred Dürr, Stadtrat BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN