Vorplanung: Ersatz fossil befeuerter Heizungsanlagen in städtischen Gebäuden durch Wärmepumpen oder Fernwärmeanschluss im Schadenfall

Heizungsventil und Taschenrechner
Der Austausch alter Heizungsanlagen erfordert eine vorausschauende Planung, Foto: Pixabay CC0. Kein Bildnachweis nötig.

Antrag

Um Klimaneutralität zu erreichen, brauchen wir auch im Energiesektor eine Wärmewende. Die Stadt ist gefordert, sich sich mit dem Umstieg von Gas-, und Ölheizungsanlagen auf Wärmepumpen bzw. Fernwärme auseinanderzusetzen. Um im Schadensfall bei älteren Gas-, und Ölheizungen handlungsfähig zu sein und die alten Heizungen durch energieeffizientere Wärmepumpen oder Fernwärme ersetzen zu können, braucht es eine strategische Vorplanung.


Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

mit dem Klimaversprechen ist es nicht mehr vereinbar, Gas- und Öl-Heizungsanlagen im Schadenfall einfach durch solche wieder zu ersetzen. Auch ein unerwarteter Ausfall kann kein Vorwand dafür sein. Daher beantrage ich, auch namens meiner Fraktion:

  1. Die Beauftragung eines Fachbüros mit der Vorplanung und Kostenermittlung des Ersatzes durch Wärmepumpe bzw. Fernwärmeanschluss von mindestens 10 besonders ausfallgefährdeten Öl- bzw. Gas-Heizungsanlagen. Als Wärmequelle für Wärmepumpen sind außer Erdwärme und Umgebungsluft je nach Gegebenheit auch Eisspeicher, Abwasser oder das Wasser des Mains in Betracht zu ziehen.
  2. Sofern die Verwaltung zukünftig im Ausnahmefall eine Gas- oder Öl-Heizung durch eine solche ersetzen lassen möchte, ist dem darüber beratenden bzw. beschließenden Ausschuss darzulegen, warum der Einsatz einer Wärmepumpe bzw. der Anschluss an die Fernwärme an diesem Standort nicht in Frage kommt.

Begründung:

Heizungen, die älter als 15 Jahre sind, haben ein erhöhtes Risiko für irreparable Schäden. Ein Ersatz durch Wärmepumpen oder Fernwärme ist allerdings nicht so kurzfristig wie bei einem Austausch durch eine herkömmliche Gas- oder Öl-Heizung möglich. Das macht eine vorausschauende Planung erforderlich.

Institute, die Szenarien für die Wärmewende durchgerechnet haben, sehen in großem Stil den Umstieg der Heizwärmeversorgung auf Wärmepumpen bzw. Fernwärme vor. Hintergrund ist, dass Wärmepumpen aus Niedertemperaturquellen mehr als das Dreifache an Heizwärme gewinnen können, wie Strom für deren Antrieb benötigt wird. Klimaneutralität ergibt sich dadurch, dass Strom zunehmend regenerativ gewonnen wird. In den Szenarien wird aufgezeigt, dass auch die Fernwärme in den kommenden Jahren (insbesondere auch durch den Einsatz von Großwärmepumpen) CO2-frei werden kann – und muss. Wärmepumpen bzw. Fernwärme liefern also zukünftig praktisch klimaneutral Wärme.


Gez. Manfred Dürr
Stadtrat