Würzburg soll sich als „Fairtrade-Stadt” bewerben

21. Februar 2011

Antrag: Bewerbung der Stadt Würzburg als „Fairtrade-Stadt” im Rahmen der internationalen Kampagne „Fairtrade-Towns” von „TransFair e. V.”

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

hiermit stellen wir, auch namens der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen, folgenden Antrag:                                      Der Würzburger Stadtrat beschließt, im Rahmen der internationalen Kampagne „Fairtrade-Towns” von „TransFair e. V.”, den Titel „Fairtrade-Stadt” anzustreben. Wichtigster Schritt auf diesem Weg ist die Gründung einer Steuerungsgruppe zur Koordinierung der Aktivitäten. Sobald alle in der Begründung aufgeführten Kriterien erfüllt sind, reicht die Stadt Würzburg die Bewerbung um den Titel „Fairtrade-Stadt” bei TransFair ein.

                 

Begründung:                   Fairtrade – Fairer Handel                        Die gemeinnützige Organisation TransFair e. V. vergibt das „Fairtrade”-Siegel für fair gehandelte Produkte. Ziel des Fairen Handels ist die Förderung benachteiligter Produzentenfamilien in Afrika, Asien und Lateinamerika durch Einhaltung der Fairtrade-Standards: Verbot von Zwangsarbeit und illegaler Kinderarbeit, menschenwürdige Arbeitsbedingungen, garantierte Mindestpreise, langfristige Handelsbeziehungen, umweltschonende Wirtschaftsweise usw.                                Fairtrade ist damit eine Strategie zur Armutsbekämpfung: Je mehr Menschen den Fairen Handel auch mit dem Kauf fair gehandelter Produkte unterstützen, desto gerechter wird der weltweite Handelsaustausch.                           TransFair lobt im Rahmen der Kampagne „Fairtrade-Towns” seit 2009 den Titel „Fairtrade-Stadt” aus.                          Der Titel wird an Städte und Gemeinden verliehen, die folgende fünf weltweit einheitlich festgesetzte Kriterien erfüllen:

  1. Es liegt ein Beschluss der Kommune vor, dass bei allen Sitzungen des Stadtrates Fairtrade Kaffee sowie ein weiteres Produkt aus Fairem Handel verwendet wird.                      
  2. Es wird eine lokale Steuerungsgruppe gebildet, die auf dem Weg zur „Fairtrade-Stadt” die Aktivitäten vor Ort koordiniert. Die Steuerungsgruppe sollte sich zusammensetzen aus jeweils einem/r Vertreter/Vertreterin der städtischen Verwaltung, dem Eine Welt-Forum, des Einzelhandels (z. B. Eine Welt Laden). Wünschenswert wären zudem VertreterInnen aus Kirchen und Nichtregierungsorganisationen, Hochschulen, Schulen und Vereinen, der Medien sowie des Stadtrates.               
  3. In den lokalen Einzelhandelsgeschäften werden gesiegelte Produkte aus Fairem Handel angeboten und in Cafes und Restaurants werden Fairtrade-Produkte ausgeschenkt.            
  4. In öffentlichen Einrichtungen wie Schulen, Vereinen und Kirchen werden Fairtrade-Produkte verwendet und es werden dort Bildungsaktiviäten zum Thema „Fairer Handel” durchgeführt.     
  5. Die örtlichen Medien berichten über alle Aktivitäten auf dem Weg zur „Fairtrade-Stadt.”

              Durch jahrelange Aktivitäten seitens der Stadt und anderer gemeinnütziger Organisationen ist Würzburg hervorragend qualifiziert für die Teilnahme an dieser Imagekampagne.                    Beispielhaft sind hier unter anderem zu nennen:                   • Städtepartnerschaft mit Mwanza, der zweitgrößten Stadt in Tansania • Kooperationen mit Eine-Welt-Gruppen • Würzburger Partnerkaffee • Lokale Agenda 21 – Projekt • Bildungsarbeit zum Fairen Handel • Fairtrade Festival

Mit dem bereits verwaltungsintern umgesetzten Beschluss „gegen ausbeuterische Kinderarbeit” hat der Stadtrat im Dezember 2010 schon eine wesentliche Voraussetzung für eine „Fairtrade-Stadt” geschaffen. Mit freundlichen Grüßen

Barbara Lehrieder, Benita Stolz, Patrick Friedl Stadtratsmitglieder